Freifunk ist ein Projekt des gleichnamigen Vereins und einer großen Community. Das Ziel: Internet jedem in Berlin zugänglich zu machen, am Besten überall eine W-LAN Verbindung zu ermöglichen und ein Intranet für den jeweiligen Kiez zu schaffen. Kommerzielle Hintergedanken sind ihnen hierbei nicht zu unterzustellen. Jeder Interessierte kann mitmachen und dabei helfen, die Verbreitung und Vernetzung zu beschleunigen.
Wir haben mit Thomas Osterried von Freifunk e.V. am Mittwoch, dem 05. Mai 2010, gesprochen und haben uns von ihm erklären lassen, wie genau sich Freifunk organisiert, welche Zukunftsvisionen er für Freifunk hat, wie weit die Idee eines freien W-LAN Netzes in ganz Berlin mit Internetanschluss für jeden schon vorangeschritten ist und was für Bestrebungen laufen um diese Ideen voranzutreiben.
So sei Freifunk generell gar nicht als Projekt eines Vereins zu sehen, sondern viel mehr als Projekt einer Community, welche sich zumeist unverbindlich trifft und Informationen austauscht, neue Ideen einbringt und Neueinsteiger mit der Materie vertraut macht. Sei es die Software oder Hardware, so wie beispielsweise der „Wirelesslan-Workshop“, bei dem unter Anderem die Antennen gemeinsam gebaut werden. Zu dem Workshop treffen sich die Freifunker einmal die Woche in der C-Base. Dort finden viele weitere selbstorganisierte Treffen statt.
Ein wenig Selbstorganisation und vor allem Eigeninitiative sind das worauf es bei Freifunk ankommt. Der Anschluss an das Netz muss von jedem selbst vorgenommen werden, auf www.freifunk.net werden hierzu jedoch detaillierte Informationen gegeben. Am Ende hängt es von den Nutzern ab, was in dem Freifunk-Netz zu finden ist. Denn außer dem Internetanschluss, soll mit dem Freifunk-Netz auch ein Intranet entstehen, in dem beispielsweise jedes Mitglied in dem jeweiligem Kiez die Möglichkeit hat den Inhalt selbst zu bestimmen. Als Thomas Osterried uns davon erzählte, sprach er unter Anderem die Möglichkeit einer digitalen Litfasssäule an und hatte noch viele andere Möglichkeiten, z.B. zur Verbreitung von Informationen über lokale Events, im Sinn. Hierdurch sei sogar der Aspekt der Schaffung eines Mehrwerts für die Region zu bemerken.
Die Teilnahme an Freifunk beinhaltet keinerlei Verpflichtungen oder Verbindlichkeiten. Es gibt keine Reglementierungen, die Nutzung des Internets betreffend, und auch kein Limit der Nutzer. So lange am Ende genügend Nutzer einen Internetanschluss in das Intranet mit einbringen, werden DSL-Geschwindigkeiten überall erreicht. Einer Verbreitung von DSL auf dem Land sieht er mit Freifunk keine Grenzen gesetzt. Entfernungen von 20 – 30 Km könnten bei passenden Bedingungen durchaus überbrückt werden. Eine der Bedingungen ist hierbei die entsprechende Hardware oder auch die Nutzung der nötigen Frequenzen.
Die einzigen Kosten, die bei Freifunk entstehen, seien die Kosten für die Beschaffung der nötigen Hardware, ansonsten entstünden keine weiteren Kosten.
Ein kleines Problem hat das Freifunk-Netz allerdings noch: Bei einem geteilten Internet haftet, bei über das Netz begangenen Straftaten, die Person, auf die der Anschluss angemeldet ist. Eine Anpassung der betreffenden Gesetze könnte jedoch schon bald der Fall sein.
Einfache Erklärungen zur Installation und zur Funktionsweise von Freifunk gibt es auf Freifunk.net auch von Flo Fleissig. Von dem wir euch hier das erste von sechs Videos vorstellen.
Weitere Informationen finden sich außer auf Freifunk.net auch noch auf dem Wiki von Freifunk.
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